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Butter bei die Fische – ganz gleich, ob du Frau oder Mann, 21 oder 36 Jahre alt, noch am Studieren oder schon fest im Berufsleben bist: Wenn du diesen Artikel interessiert liest, wirst du wohl eines mit mir gemeinsam haben: Du bist Single. Ein Umstand, der gerade rund um Valentinstag zur Dauerbelastung werden kann. Zugebombt mit Pärchen-Anzeigen, Special Offers für Verliebte und jede Menge „Ach wie rosarot ist die Welt mit dir“-Werbung verfällt man schon mal in die alljährliche Valentinstagsdepression. Doch muss das wirklich alle Jahre wieder so sein?

 

Allein allein?

Wir haben keinen Partner. An sich ist das einfach ein ganz normaler Lebensumstand. Aber irgendwie kümmern sich je älter man wird (!) auf einmal unheimlich viele Menschen um einen. Sie wollen dich aufheitern, fragen nach deinem Liebesleben und ob Mr. oder Mrs. Right nicht schon in Aussicht sei. Manche laufen richtig zur Hochform auf, so sehr wollen sie dich verkuppeln, um deinem Liebesleben auf die Sprünge zu helfen, weil du ja sonst etwas verpassen würdest. Eigentlich meinen es die meisten einfach nur gut. Doch unterschwellig rührt immer dieser eine hämmernde Vorwurf mit: Was stimmt mit dir nicht, dass du noch keinen Partner hast? Das ist wie ein Faustschlag ins Gesicht. Nicht nur, dass man dann tatsächlich an sich selbst zweifelt – man zweifelt vor allem daran, ob Gott einem das Liebesglück absichtlich vorenthält.

 

Warum bist du Single?

Und ganz ehrlich – weder du noch ich oder irgendein anderer Mensch darf sich anmaßen, darüber zu urteilen, warum du Single bist. Denn: Warum das so ist, weiß nur Gott allein. Ich habe in der Vergangenheit leider selbst zu oft den Fehler gemacht, Menschen nach ihrem Lebensstand zu beurteilen. „Hoffentlich wird er bald noch eine Frau finden – der Arme muss ja echt frustiert sein!“, „Alle um sie herum heiraten, wie schrecklich für sie!“ oder „Sein Leben dreht sich nur um die Arbeit – er braucht dringend eine Frau!“ sind tatsächlich Sätze, die ich so oder ähnlich gedacht habe. Und ich muss dafür vor Gott und den Menschen um Vergebung bitten. Ich ärgere mich über mich selbst (jetzt, nachdem ich mich mit dem Thema biblisch auseinandergesetzt habe), dass ich so beschränkt gedacht habe.

 

Dein Lebensziel

Denn mein und dein höchstes Ziel im Leben ist es nicht, einen Partner zu finden, Familie zu gründen und bis ans Ende unserer Tage glücklich zu werden. Unser höchstes Ziel ist es, Gott zu ehren. Denn auch wenn es eine weitverbreitete Meinung ist, dass die Single-Zeit quasi zur Vorbereitung für die Ehe dient, könnte es kein größerer Trugschluss sein. Deine Single-Zeit ist keine Wartezeit oder gar ein Zwischenzustand, in dem du weder Fisch noch Fleisch bist. In deiner Zeit als lediger Mann oder ledige Frau hast du eine wichtige Aufgabe: Du sollst Gott dienen.

 

Singles – Menschen zweiter Klasse?

Es kommt in unserer Gesellschaft aber auch in christlichen Kreisen immer wieder vor, dass die Ehe wesentlich höher geachtet wird als ein Leben als Single. Nicht zuletzt sagt sogar die Bibel, dass Gott uns als Mann und Frau schuf und es nicht gut sei, wenn der Mensch allein ist (1. Mose 1,27+2,18). Kein Wunder also, dass Singles schnell als Menschen zweiter Klasse gesehen werden – es sei schlichtweg nicht gut. Doch das ist falsch.

Dran Next schreibt dazu in einem Artikel zum Thema Single-Shaming: „Was bei all diesen Erklärungsversuchen unterschwellig mitschwingt, ist die Annahme, man habe sein Liebesglück selbst in der Hand. Als müsse man nur hart genug an der eigenen Fehlerhaftigkeit arbeiten, um die eigene Unvollständigkeit in einer gelingenden Beziehung zu überwinden.“ Und das ist leider für viele Realität. Ihnen wurde so oft das Gefühl gegeben, dass etwas nicht mit Ihnen stimme, dass sie glauben, sie hätten ihr Liebesglück selbst in der Hand und könnten etwas an ihrem Beziehungsstatus ändern, wenn sie sich anpassen. Doch die Wahrheit ist: Ich habe es nicht selbst in der Hand. Gott lenkt alles nach seinem Willen. Und Gott hat gute Gedanken über dich! Lies dazu die folgenden beiden Verse:

„Ich preise dich, dass ich so wunderbar und staunenswert erschaffen bin. Ja, das habe ich erkannt: Deine Werke sind wunderbar.“– Psalm 139,14

„Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der HERR, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben.“ – Jeremia 29,11

 

Das Geschenk, Single zu sein

„Jesus erwiderte: Das ist etwas, was nicht alle fassen können, sondern nur die, denen es von Gott gegeben ist. Manche sind nämlich von Geburt an unfähig zur Ehe, andere sind es durch einen späteren Eingriff geworden, und wieder andere verzichten von sich aus auf die Ehe, weil sie ganz für das Reich da sein wollen, in dem der Himmel regiert. Wer es fassen kann, der fasse es!“ – Matthäus 19,11-12

Mit Sicherheit hast du an dieser Stelle ein Zitat von Paulus erwartet – ist ja schließlich ein Klassiker unter den Bibelversen zu diesem Thema. Doch dass selbst Jesus etwas dazu in dieser Ausdrücklichkeit sagt, dürfte wohl überraschend sein. Ich zumindest habe diesen Vers bislang immer überlesen, obwohl er so krass ist! Und der Vers aus 1. Korinther 7,7 (jetzt kommt der gute Paulus ins Spiel) verstärkt das nur:

„Denn ich wollte, alle Menschen wären wie ich; aber jeder hat seine eigene Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so.“ – 1. Korinther 7,7

Wow. Wir als Singles sollten wirklich damit beginnen, das Single-Dasein als Geschenk schätzen zu lernen. Unsere Aufgabe ist es, mit diesem Geschenk verantwortungsvoll umzugehen, und Gott als Ledige mit ganzem Herzen zu dienen – egal, ob im Bürojob beim Akten klauben, im Krankenhaus beim Pflegen der Kranken, in der Schule oder der Uni beim Lernen und Witzeln oder in der Mission beim Evangelisieren.

 

Wie du das Ziel verfehlst

Das traurige ist, dass viele Singles sich in Selbstmitleid suhlen – vor allem an Valentinstag – und sich nichts sehnlicher wünschen, als endlich einen Partner zu haben. Doch damit verfehlst du das Ziel, das Gott für dein Leben hat, vollkommen. Sich auf Biegen und Brechen einen Partner zu wünschen, ist reiner Egoismus – denn die Gabe des Single-Seins und die Zeit, die Gott dir damit schenkt, sollst du für ihn und zur Freude deiner Nächsten einsetzen. Wenn du dir einen anderen Zustand herbeiwünschst, zeigst du Gott nur, dass du undankbar bist und ihm nicht vertraust. Du siehst Gott als Feind, obwohl er dir anvertraut, ganz besonders für ihn zu leben.

 

Die Zeit als Single gut nutzen

In einer Beziehung oder Ehe hast du nur geteilte Aufmerksamkeit. Im Single-Dasein hingegen sind wir unabgelenkt. Wir können uns vollkommen auf Gott konzentrieren und unseren Fokus allein auf Gott richten. Wir lernen, unsere Bedürfnis komplett bei Gott zu stillen und nicht bei Menschen. Und wir können auf ganz besondere Art und Weise dienen. Timothy Keller schreibt in seinem Buch „Ehe“ dazu folgendes:

„Wir sollten weder zu begeistert sein, wenn wir verheiratet sind, noch zu enttäuscht, wenn wir es nicht sind, weil Christus der einzige Partner ist, der uns wirklich Erfüllung geben kann, und Gottes Familie die einzige Familie ist, die unsere Sehnsüchte wirklich stillt.“ – Timothy Keller

Deine Single-Zeit ist dazu da, dich auf Gott zu konzentrieren – und nicht, um dich zu fragen, wann du denn heiraten wirst. Du verfehlst als Single nicht dein Lebensziel oder gar den Willen Gottes für dein Leben – auch wenn viele Christen das behaupten. Aber egal, ob du Single und einfach insgesamt konzentrierter oder in einer Beziehung/Ehe bist und mit deinem Partner gemeinsam dienst: Unser Auftrag bleibt bestehen – wir sollen für Gott leben und das Evangelium verkünden.

 

Der Wunsch Gottes an Frauen (und Männer)

„Eure Schönheit soll von innen kommen! Ein freundliches und ausgeglichenes Wesen ist euer unvergänglicher Schmuck. Das ist es, was Gott als wirklich kostbar ansieht.“ – 1. Petrus 3,4

Versuche in der Zeit des Single-Seins an deiner inneren Schönheit zu arbeiten. Was für ein unbeschreibliches Gefühl muss es sein, wenn dir jemand sagt, dass du eine geniale innere Schönheit besitzt! Innere Schönheit und eine damit verbundene Ausstrahlung wurzeln aber immer in der Gottesfurcht: Lebe also dein Leben für Gott, diene ihm, habe das Verlangen danach, dass Gott an dir – egal wie hart es sein mag – arbeitet. Versuche anderen ein Vorbild zu sein – in dem, was du tust und wie du es tust. Habe den Wunsch, Gott immer ähnlicher zu werden, indem du deine Beziehung zu Jesus vetiefst. Pflege Beziehungen zu Christen und Nicht-Christen, sei ein Zeugnis, erkunde die Welt, lese gute Bücher, pflege deinen Körper (er ist Gottes Tempel!) und deinen Geist. Verträum’ dein Leben nicht: Lebe stattdessen im Hier und Jetzt, setze dir Ziele, bringe dich in deiner Gemeinde ein, lerne neue Dinge (wie Kochen, Nähen, Japanisch ? oder Gitarre spielen). Wenn du authentisch für Gott lebst und zufrieden in Gott bist, werden das auch die Menschen um dich herum bemerken – sowohl Frauen als auch Männer. Gott wird dich dafür reich segnen – spätestens im Himmel, wenn du den ewigen Lohn erhältst.

 

Weitere gute Inhalte zu diesem Thema findest du hier: stayonfire.de, jesus.ch, Hoffungsträger, erf.de, dran-next.com, truelovedates.com, girldefined.com, josiablog.de.

 

Vielen lieben Dank an dieser Stelle an Christine M., die mir mit ihren wertvollen Gedanken unglaublich bei diesem Artikel geholfen. Sei gesegnet, Schwester! ??

 

Eure Daniela ♥

»Von ferne her ist mir der HERR erschienen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade.« – Jeremia 31,3

Frisch aus meinem Urlaub und Städtetrip nach Stuttgart melde ich mich heute mit einem neuen Blogpost zurück. Ich hatte ein paar unwahrscheinlich gute Tage im Schwabenland, die geprägt waren von einer guten Gemeinschaft mit meiner besten Freundin, gutem Wetter und sehr leckerem Essen, und vor allem einer gesegneten Zeit mit dem Herrn. Während der fünf Tage am Puls der Stadt durften wir die ein oder andere Sehenswürdigkeit und Location entdecken, die freie Zeit genießen und Gott besser kennenlernen. Was genau wir unternommen und wie wir die Zeit mit Gott verbracht haben, möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Und einige Fotos habe ich selbstverständlich auch wieder im Gepäck. ☺️ Also, los geht’s!

 

5 Tage zur Liebe: Bibelstudium mit Logos

Unseren kompletten Urlaub haben wir eigentlich mit Evernote geplant – ein super Werkzeug, um gemeinsame Notizen zu verwalten und zu bearbeiten. Wir haben alle wichtigen Adressen darin festgehalten sowie Termine, Sehenswürdigkeiten, Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants. Zusätzlich zu Evernote haben wir die YouVersion-Bibelapp verwendet, in der es verschiedene kostenlose Bibellesepläne gibt, die unterschiedlich lang sind. Noch vor Urlaubsbeginn haben wir uns einige Lesepläne angeschaut, deren „Laufzeit“ fünf Tage (also genau unsere Aufenthaltsdauer in Stuttgart) betrugen, und uns für „5 Tage zur Liebe: Bibelstudium mit Logos“ von Faithlife, den Machern der Bibelsoftware Logos entschieden. Entscheidend war unter anderem der Teaser-Text des Leseplans, der uns neugierig gemacht hat. „»Liebe« ist eines der am häufigsten nachgeschlagenen Wörter auf Merriam-Webster.com. Aber selbst hier haben es sich die Redakteure erlaubt, folgenden Kommentar einzufügen: »Wir vermuten, dass viele Personen, die auf dieser Seite landen etwas suchen, was weit über eine Definition in einem Wörterbuch hinausgeht, und zwar, „Was ist die Bedeutung von Liebe“.« Wir wollen mit Ihnen in den kommenden 5 Tagen die Bibel nach der Bedeutung von »Liebe« durchsuchen.“ Tatsächliche Wortstudien finde ich immer unheimlich spannend, weil man sich automatisch viel intensiver mit dem Urtext der Bibel und dem Kontext, in dem bestimmte Wörter stehen, beschäftigt. Vor allem das Wort Liebe finde ich sehr bedeutungsträchtig, da es im Urtext vier Formen hat (storgḗ, érōs, philía und agápē) und im Deutschen durchgängig einfach nur mit „Liebe“ übersetzt wird. Aber das dazu. So haben meine beste Freundin und ich uns also auf das Abenteuer „5 Tage zur Liebe“ eingelassen und uns in Stuttgart auf die Spuren der Liebe begeben.

 

Was ist Liebe? Was ist Liebe nicht?

Der 5-Tage-Bibelleseplan diente uns in erster Linie als Denkanstoß, um weiter über die wahre Bedeutung von Liebe nachzudenken. Mein persönlich größtes Problem ist die Meinung der heutigen Gesellschaft darüber, wie Liebe sei muss. Ganz gleich, ob man nun von Christen oder Nicht-Christen spricht. Liebe müsse echt und nicht so komplex sein, Freiheit geben und vor allem nichts kosten, was gegen das eigene Ego spricht. Liebe sei eine Handlung. So wird oft gepredigt. Doch wie viel Wahrheit steckt dahinter? Bevor ich diesen Leseplan begonnen habe, war ich mir gerade so der vier Formen, die im Urtext der Bibel wiedergegeben werden, bewusst. Dazu zählen: storgḗ – die familiäre bzw. empathische Liebe, érōs – die sexuelle Liebe, philía – die freundschaftliche Liebe und agápē – die bedingungslose, göttliche Liebe. Eine ungefähre Ahnung, was man unter diesen Formen zu verstehen hat, hatte ich natürlich schon – nur richtig bewusst darüber nachgedacht habe ich nie. Vor allem agápē war immer so etwas höchst theoretisches und zugleich erstrebenswertes, ist es doch das, wonach man als Christ streben soll. (Als Spoiler: Der Leseplan setzt sich in erster Linie mit agápē auseinanderander. Also wer etwas über die anderen Formen erfahren will, wird hier leider nicht fündig. ☺️) Tag für Tag kamen wir aber dem Wort Liebe und seiner eigentlichen Bedeutung immer näher.

Zu Beginn des Leseplans stellte sich uns die Frage, was Liebe überhaupt ist. Laut der Autoren des Leseplans gibt es in der Bibel keine genaue Definition der Liebe. Was wir aber herausfinden können, ist das Konzept der Liebe, also wie Liebe gedacht ist und funktionieren soll, und das Wort an sich anhand seiner Beschreibung in der Bibel. Gelesen haben wir hierzu Matthäus 22, Verse 34-40 und 1. Korinther 13, Verse 1-4:

Als nun die Pharisäer hörten, daß er den Sadduzäern den Mund gestopft hatte, versammelten sie sich; und einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, stellte ihm eine Frage, um ihn zu versuchen, und sprach: Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz? Und Jesus sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken«. Das ist das erste und größte Gebot. Und das zweite ist ihm vergleichbar: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«. An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten.
Matthäus 22, 34-40
Wenn ich in Sprachen der Menschen und der Engel redete, aber keine Liebe hätte, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich Weissagung hätte und alle Geheimnisse wüßte und alle Erkenntnis, und wenn ich allen Glauben besäße, so daß ich Berge versetzte, aber keine Liebe hätte, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe austeilte und meinen Leib hingäbe, damit ich verbrannt würde, aber keine Liebe hätte, so nützte es mir nichts! Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
1. Korinther 13, 1-4

Aus diesen beiden Bibelstellen haben wir geschlussgefolgert, dass die Liebe zum Herrn bzw. die Liebe des Herrn das vollkommene Konzept von Liebe ist. Wenn wir den Herrn nun „mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzem Denken“ lieben, sind wir auch befähigt unsere Nächsten zu lieben und unser Handeln von Liebe dominieren zu lassen. Denn vor dem Handeln kommt die Liebe, und die Liebe kommt durch den Herrn. Handeln wir ohne Liebe, so nützt es weder uns noch unseren Nächsten etwas.

Im weiteren Verlauf des Leseplans stellte sich uns die Frage, ob die Liebe „nur“ eine Handlung und emotionslos sei. Die Autoren des Leseplans definierten agápē nämlich wie folgt: „[…] nicht emotionale Entscheidung, sich selbst für eine andere Person zu opfern, unabhängig von deren Bedeutung für einen.“ Vor allem in Bezug auf die vorangegangenen Verse mussten wir uns hinterfragen, ob wir aus Liebe handeln oder aus Handlung lieben. Man versucht als Mensch oftmals seinen Worten Taten folgen zu lassen und verfällt leider schnell in falschen Aktivismus. Doch ich meine, das sei Selbstbetrug. Klar, gar nicht handeln ist wahrscheinlich eine noch blödere Lösung, aber nur handeln um gehandelt zu haben? Versteht ihr, was ich meine? Auch nicht wirklich zielführend. So wie wir unseren Herrn und Gott lieben sollen – mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzem Denken – so sollen wir auch unsere Nächsten lieben! Das klingt gar nicht nach blindem Handeln, sondern nach tatsächlicher Liebe, die von Emotionen, Gefühlen und Zuneigung geprägt ist. Das sollte unser Ziel sein, nach dem wir streben.

An Tag 3 des Leseplans ging es weniger um die Betrachtung des Konzeptes „Liebe“ wie an Tag 1 und 2, sondern vielmehr um die Wortbetrachtung von agápē und wie wir Liebe erlenen können. Dazu haben wir uns insgesamt sechs Bibelstellen genauer angesehen und unter den Gesichtspunkten untersucht, wer liebt und was geliebt wird. Die Bibelstellen waren wie folgt:

Aber wehe euch Pharisäern, daß ihr die Minze und die Raute und alles Gemüse verzehntet und das Recht4 und die Liebe Gottes umgeht! Dieses sollte man tun und jenes nicht lassen. Wehe euch Pharisäern, daß ihr den ersten Sitz in den Synagogen und die Begrüßungen auf den Märkten liebt!
Lukas 11,42-43

Darin aber besteht das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse.
Johannes 3,19

Denn Demas hat mich verlassen, weil er die jetzige Weltzeit liebgewonnen hat, und ist nach Thessalonich gezogen, Crescens nach Galatien, Titus nach Dalmatien.
2.Timotheus 4,10

Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht — euch, die ihr einst nicht ein Volk wart, jetzt aber Gottes Volk seid, und einst nicht begnadigt wart, jetzt aber begnadigt seid.
1.Petrus 2,9-10
Weil sie den richtigen Weg verlassen haben, sind sie in die Irre gegangen und sind dem Weg Bileams, des Sohnes Beors, gefolgt, der den Lohn der Ungerechtigkeit liebte.
2.Petrus 2,15
Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm.
1.Johannes 2,15

4 von 6 der Stellen spricht von negativen Beispielen der Liebe – Menschen, die die Welt lieben, unrechtes Geld, ihr Ego und die Finsternis. Die restlichen zwei Stellen zeigen positive Beispiele: Gott, der sein Volk vollkommen liebt, und Gläubige, die den Herrn lieben sollen, weil nicht zugleich Gott und die Welt lieben können (obwohl man das so oft meint).

Tag 4 stand unter dem Motto „Was Liebe nicht sein kann“ und forderte uns heraus, die versteckte Bedeutung von Liebe zu entdecken und wie wir lieben sollen. Die dazu gehörigen Bibelstellen fanden wir in Matthäus 26 und 27. (Der Länge wegen zitiere ich die zwei Kapitel im nachfolgenden nicht, sondern nur Auszüge.) Wir haben versucht, uns gezielt Beispiele für Arten von Liebe aus dem Text zu ziehen. Gefunden haben wir unter anderem:

  • Liebe zum Herrn („Als es aber Jesus bemerkte, sprach er zu ihnen: Warum bekümmert ihr diese Frau? Sie hat doch ein gutes Werk an mir getan!“ Mt 26,10)
  • Feindesliebe („Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Rabbi, doch nicht ich? Er spricht zu ihm: Du hast es gesagt!“ Mt 26,25)
  • vollkommene, aufopferungsvolle Liebe des Herrn bis ans Kreuz, trotz Angst und Verspottung („Und er nahm Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus mit sich; und er fing an, betrübt zu werden, und ihm graute sehr.“ Mt 26,37; „Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und legten ihm seine Kleider an. Und sie führten ihn ab, um ihn zu kreuzigen.“ Mt 27,31)

In erster Linie hat sich uns dadurch offenbart bzw. wieder einmal bestätigt, dass Liebe mit ganzem Herzen und Hingabe gelebt werden muss und nicht immer angenehm ist bzw. Opfer von uns fordert. Etwas, das ich persönlich oft nicht in Kauf nehmen mag – Opfer bringen, sich etwas für andere kosten lassen. Aber genau das zeigt sich hier.

Der letzte Tag des Leseplans war geprägt vom Leitvers aus Psalm 51: „Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz…“ Es wurden die ein oder anderen Tücken des (m.E.) modernen Christseins angesprochen. Man nimmt sich biblische Gebote und versucht sie zu ändern und somit handhabarer zu machen. Aus wahrer Feindesliebe, wie der Herr sie von uns verlangt, wird dann schnell „meinen Feinden gutes tun, egal wie ich mich fühle.“ Doch wie wir an Tag 2 schon gelernt haben, ist Liebe nicht nur bloßes Handeln, sondern auch unsere Herzenseinstellung dabei, unsere Emotionen. Und mal im Ernst – wie will man jemanden tatsächlich lieben, gegen den man eigentlich Groll hegt? Passt nicht, oder? Also Retoure und nochmal zurück an den Anfang. Unser Handeln ist nur das Ergebnis unserer Liebe, vor diese letzten Schritt folgt die Sündenbekenntnis, die Liebe des Herrn und die Veränderung unseres Herzens – obgleich wir sündige Menschen sind, die Fehler begehen und das göttliche Ziel verfehlen. Erst nach diesen Schritten sind wir fähig, wirklich zu lieben. Das durften wir auch aus den Begleitversen in Jeremia 31, Hesekiel 36 und Psalm 51 erfahren. Die Erneuerung unseres Herzens ist eines unserer höchsten Ziele.

Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein; und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: »Erkenne den Herrn!« Denn sie werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen, spricht der Herr; denn ich werde ihre Missetat vergeben und an ihre Sünde nicht mehr gedenken!
Jeremia 31,33-34
Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben; ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, daß ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmungen befolgt und tut.
Hesekiel 36,26-27
O Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte; tilge meine Übertretungen nach deiner großen Barmherzigkeit! Wasche mich völlig [rein] von meiner Schuld und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine Übertretungen, und meine Sünde ist allezeit vor mir. An dir allein habe ich gesündigt und getan, was böse ist in deinen Augen, damit du recht behältst, wenn du redest, und rein dastehst, wenn du richtest. Siehe, in Schuld bin ich geboren, und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen. Siehe, du verlangst nach Wahrheit im Innersten1: so laß mich im Verborgenen Weisheit erkennen! Entsündige mich mit Ysop2, so werde ich rein; wasche mich, so werde ich weißer als Schnee! Laß mich Freude und Wonne hören, damit die Gebeine frohlocken, die du zerschlagen hast. Verbirg dein Angesicht vor meinen Sünden und tilge alle meine Missetaten! Erschaffe mir, o Gott, ein reines Herz,3 und gib mir von neuem einen festen Geist4 in meinem Innern! Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Gib mir wieder die Freude an deinem Heil, und stärke mich mit einem willigen Geist! Ich will die Abtrünnigen deine Wege lehren, daß sich die Sünder zu dir bekehren. Errette mich von Blutschuld, o Gott, du Gott meines Heils, so wird meine Zunge deine Gerechtigkeit jubelnd rühmen. Herr, tue meine Lippen auf, damit mein Mund dein Lob verkündige! Denn an Schlachtopfern5 hast du kein Wohlgefallen, sonst wollte ich sie dir geben; Brandopfer gefallen dir nicht. Die Opfer, die Gott gefallen,6 sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten.
Psalm 51,3-19

Zum Abschluss: Was denkt ihr? Könnt ihr unsere Gedankengänge, die anhand des Leseplans entstanden sind, nachvollziehen? Fällt euch noch etwas zu diesem Thema ein?

 

Photodiary Stuttgart

Nach dieser langen Textpassage, freut sich der ein oder andere nun mit Sicherheit auf die Fotos von unserem Städterip. Ich werde – anders als beim „Follow me around“ vom Youthweb-Treffen – versuchen, nicht jedes Foto einzeln zu kommentieren, sondern die Fotos im Gesamten wirken lassen und nur einen groben Überblick über unsere Tagesplanung geben. So ist es ein weniger entspannter zum Durchstöbern. ?

Tag 1 – Stadtbummel, Stadtbibliothek, Bibel lesen





Tag 2 – Blick über Stuttgart



Tag 3 – Innenstadt, Schlossplatz, Höhenpark Killesberg














Tag 4 – Milaneo

Tag 5 – Residenzschloss Ludwigsburg, Marstall





Falls ihr noch Fragen oder Anregungen zu unserem Bibelstudium habt, schreibt mit gerne. Andernfalls freue ich mich natürlich über eure Kommentare, wenn ihr auch plant, nach Stuttgart zu reisen und hier die ein oder andere Inspiration für Locations oder Sehenswürdigkeiten finden konntet.

Liebste Grüße,
eure Daniela

Ihr Lieben, der August steht vor der Tür und der Höhepunkt des Sommers ist zum Greifen nah. Sommer – das klingt immer so nach Unbeschwertheit, Freude, Lachen, Liebe, Wärme, Emotionen, Leidenschaft. Oder wie man gerne im Internet liest: „Summer – hair gets lighter, skin gets darker, water gets warmer, drinks get colder, music gets louder, nights get longer, life gets better.“ Vom Sommer verspricht man sich immer eine unbeschreibbar gute Zeit voller positiver Erlebnisse. Man verbringt viel Zeit mit Freunden und Familie, genießt die Sonne und das gute Wetter und wird fast automatisch glücklicher. Ich habe erst vor Kurzem für Youthweb einen Impuls auf Instagram verfasst, der sich eben damit auseinandersetzt. Wie fühlen sich Sommer, Sonne, Sonnenschein an? Man spürt die Wärme auf der Haut pulsieren, Sonnenstrahlen, die einem die Nase kitzeln, man hört die Welt atmen und die Menschen, die es raus ins Freie zieht, man erlebt die Natur mit all ihren Facetten. Ich liebe diese Zeit so sehr.

Was liebt ihr am Sommer? Die freie Zeit, die mit Schul- und Semesterferien einhergehen, das gute Wetter, die gute Laune der Menschen? Oder einfach die kleine Verschnaufpause an der Arbeit, wenn gerade alles weniger hektisch ist?

Ich liebe den Sommer unter anderem auch dafür, dass er mich jedes Jahr aufs Neue prägt – durch gemeinsame Erlebnisse und intensive Gespräche und viel Zeit mit Menschen, die mir wichtig sind. Vor allem aber auch durch unverwechselbare Soundtracks und Playlists, die mich jederzeit wieder in den „Sommer meines Lebens“ zurückversetzen, ermutigen und beinahe aufputschen können. Lieder, bei denen ich beim bloßen Hören die Freude und den Sommer förmlich in den Venen spüren kann. Ich denke da an Songs wie „Auf uns“ von Andreas Bourani aus dem Jahr 2014 – den Sommer überhaupt. Eurovision Song Contest mit Conchita Wurst (Diskussions-Thema No. 1!), das ECJA-Camp, das unter dem Motto „23h Late Night“ stand, meinen Abitur-Abschluss und den grandiosen Abiball, und natürlich die Fußball-Weltmeisterschaft mit deutschem Sieg. Ein Lied und so viele Erinnerungen!

In diesem Jahr avanciert „Love with your life“ von der christlichen Newcomer-Künstlerin Hollyn aus Amerika in meine Top-Sommertracks und wird wohl dem einen oder anderen Lied den Rang als Lieblingssommerlied des Jahres ablaufen. Nicht nur der Stil des Liedes – ein einzigartiger Mix aus Pop und R&B, der herrlich leichtes Sommerfeeling vermittelt – sondern auch der Text sind die Motivationsbomben überhaupt. In den vergangenen Jahren habe ich „Ready, Set, Go“ von Royal Tailor feat. Capitol Kings und „Wake“ von Hillsong Young & Free absolut gehyped, weil mich diese Lieder ähnlich beistert haben. Eine gute Message mit Christus-zentriertem Inhalt, coolem und eingängigem Sound und einer tiefen, spürbaren Freude. Das sind für mich Sommerlieder. Das sind Lieder, die mich persönlich berühren, ermutigen, mir helfen, mich auf Gott auszurichten. Manchmal brauche ich auch das ein oder andere „cry with me“-Lied, doch mein bevorzugtes Genre ist fröhlich – Pop, Rock, R&B und dergleichen. Ich brauche Musik, die mich antreibt. Musik, die mich nicht nur zum Denken, sondern auch zum Handeln bringt. Musik, die mich glücklich macht und die bewirkt, dass ich Liebe und Freude spüren. Eine so tiefe, nicht in Worte fassbare Freude, die nur der Herr schenken kann. Mitten im „struggle“ des Alltags, mitten in all den schrecklichen Geschehnissen der Welt.

Die Freude und Liebe, die er mir schenkt, möchte ich weitergeben. Ich möchte (wie es Royal Tailor im oben genannten Lied singen) Hoffnung, Licht und Liebe sein. Oder wie Hollyn in ihrem Song singt: „I don’t want another day to pass, not another moment. I wanna live intentionally, in light of eternity. I wanna love like You loved, I wanna love with my life.“ Ich möchte ein Zeugnis des großen Schöpfers sein, dem alle Ehre gebührt. Ich will keinen Tag leben, ohne den Fokus, ohne den konkreten Blick auf die Ewigkeit. Und vor allem: Ich möchte das große Geschenk der Liebe, seiner Liebe am Kreuz, weitergeben, weil er uns zuerst geliebt hat. Ich möchte ihn mit meinem Leben verherrlichen und andere Menschen bedingungslos lieben, ihnen Freude schenken. Keine Freude, die von kurzer Dauer ist, sondern eine ewige. Ein Leben lang Sommer. Ein Leben lang im Hinblick auf den Herrn, der unser Licht, unsere Sonne ist.

 

Es macht mich einfach so unbeschreiblich glücklich von dieser Liebe erzählen zu können. Deshalb möchte ich diese Freude nicht für mich behalten, sondern sie mit euch teilen. Und euch ermutigen, eure Freude in unserem Herrn, Jesus Christus, zu haben. In ihm, der jeden an seiner Herrlichkeit, die so warm, rein und vollkommen ist, teilhaben lässt, wenn er sich ihm zuwendet. Ich möchte euch ermutigen, euren Fokus auf Gott auszurichten wie man sich im Sommer der Sonne hinwendet – damit wir ihn noch deutlicher spüren können. ☀ Denn wenn wir uns ihm nahen, wird seine Liebe in unserem Leben sichtbar und erfahrbar, so dass wir sie tatsächlich weitergeben können. Gottes Liebe wirkt durch uns Menschen.

Und damit wir das nicht vergessen, habe ich diese wichtige Message aus Hollyns Song in Wallpaper verwandelt – als „little reminder“ für den Alltag sozusagen. Ich möchte mit meinem Leben lieben.

Die Wallpaper könnt ihr euch kostenlos downloaden und für eure Mobilgeräte oder euren Computer verwenden. Viel Freude damit! ♥

Wallpaper iPhone (1080 x 1920) • Wallpaper iPad (1536 x 2048) • Wallpaper Macbook (2560 x 1440)

Inspiriert von Hollyns Song „Love with my life“.

Sommerliche Grüße,
eure Daniela ♥